Elterngeld-Ratgeber
Basiselterngeld oder ElterngeldPlus: Was ist der Unterschied?
Basiselterngeld zahlt meist mehr pro Monat, ElterngeldPlus kann den Bezugszeitraum verlängern. Unterschiede, Beispiel und Prüfschritte im Überblick.
Kurz erklärt
Basiselterngeld ersetzt wegfallendes Einkommen mit einem höheren Monatsbetrag und ist grundsätzlich auf weniger Bezugsmonate angelegt. ElterngeldPlus ist monatlich gedeckelt, dafür kann aus einem Monat Basiselterngeld zwei Monate ElterngeldPlus werden. Ob eine Variante günstiger passt, hängt besonders vom Einkommen nach der Geburt und von der gewünschten Bezugsdauer ab.
Die Unterschiede auf einen Blick
| Merkmal | Basiselterngeld | ElterngeldPlus |
|---|---|---|
| Monatlicher Rahmen | 300 bis 1.800 Euro | 150 bis 900 Euro |
| Umrechnung | Ein Bezugsmonat verbraucht einen Basiselterngeld-Monat. | Ein Basiselterngeld-Monat kann zwei ElterngeldPlus-Monate ergeben. |
| Einkommen nach der Geburt | Der Einkommensunterschied wird berücksichtigt. | Kann bei Teilzeiteinkommen im Verhältnis zur längeren Dauer vorteilhaft sein. |
Der Mindest- oder Höchstbetrag ist keine Zusage für den Einzelfall. Die Elterngeldstelle berechnet das maßgebliche Elterngeld-Netto nach gesetzlichen Pauschalen und berücksichtigt Einkommen im Bezugszeitraum.
Wie die Höhe berechnet wird
Basiselterngeld ersetzt normalerweise 65 Prozent des wegfallenden Netto-Einkommens; bei niedrigeren Einkommen steigt die Ersatzrate. Vor der Geburt werden höchstens 2.770 Euro monatliches Elterngeld-Netto berücksichtigt. ElterngeldPlus folgt derselben Grundberechnung, ist monatlich aber auf die Hälfte des theoretischen Basiselterngelds ohne Einkommen nach der Geburt begrenzt.
Ohne Einkommen nach der Geburt ist ElterngeldPlus deshalb monatlich halb so hoch wie Basiselterngeld und kann doppelt so lange bezogen werden. Mit Einkommen nach der Geburt kann das Verhältnis anders ausfallen.
Beispiel: Teilzeit nach der Geburt
Das Familienportal rechnet beispielhaft mit 2.000 Euro Netto-Einkommen vor und 1.200 Euro nach der Geburt. Der Einkommensunterschied beträgt 800 Euro. Bei einer Ersatzrate von 65 Prozent ergeben sich 520 Euro Basiselterngeld. In diesem Beispiel beträgt auch das ElterngeldPlus 520 Euro, kann aber für doppelt so viele Monate bezogen werden. Das Beispiel ist keine individuelle Berechnung; andere Einkommen, Zuschläge und anrechenbare Leistungen verändern das Ergebnis.
So triffst du eine belastbare Auswahl
- Plane in Lebensmonaten des Kindes, nicht in Kalendermonaten.
- Schätze das Erwerbseinkommen für jeden geplanten Bezugsabschnitt realistisch.
- Vergleiche Monatsbetrag und Gesamtdauer beider Varianten.
- Berücksichtige Mutterschaftsleistungen und die Regeln zum gleichzeitigen Bezug.
- Lass Sonderfälle wie Frühgeburt, Geschwisterbonus oder Partnerschaftsbonus gesondert prüfen.
Ab dem 15. Lebensmonat kann grundsätzlich nur ElterngeldPlus oder Partnerschaftsbonus bezogen werden. Der Bezug darf dann bis zum Ende des Bezugszeitraums nicht unterbrochen werden; für Frühgeburten gelten Sonderregeln.
Amtliche Quellen
Zuletzt inhaltlich geprüft am 1. Oktober 2026. Rechtslage und Verwaltungspraxis können sich ändern.